Stompin´ Maggie 69

Tanzstück für Zupforchester
(Peer 12147)

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Der irische Reel "Drowsy Maggie" war Vorlage für die Komposition "Stompin´Maggie 69", die 1998 entstand. "Drowsy Maggie" ist ein überaus beliebtes Stück in Irland und bei Formationen, die sich mit irischer Folklore befassen . Eine irische Gruppe musiziert seit über 30 (!) Jahren sehr erfolgreich unter diesem Namen. Getanzt wird dazu übrigens ein sogenannter "Ockington". Von dem Stück "Drowsy Maggie" gibt es zahlreiche Einspielungen in verschiedenen Besetzungen (Tipp: http://members.aol.com/boynehunt/tunes/ceili-9.html).

Meine Notenvorlage stammt aus "Das Mandolinenbuch" von Rainer Zellner. Bei Zellners "Drowsy Maggie" weicht die Melodie durch Triolen etwas vom Original ab, aber diese Triolen haben auch einen gewissen spieltechnischen Anreiz und verleihen dem Stück mehr tänzerischen Charme. Die Tonart ist Dorisch, d.h. in der Tonleiter (beginnend in diesem Fall auf e') wird der 6. Ton als große Sexte gespielt (also e-cis) und der 7. Ton wird nicht zum Leitton gemacht (also e-d, nicht e-dis). Dorisch, auch als ältere Kirchentonart bekannt, findet sich nicht nur in Melodien der keltischen Folklore, auch in der Popmusik und in der zeitgemäßen Spielmusik wird gerne in dieser Tonart komponiert und improvisiert. Bei meiner Komposition habe ich das wiederkehrende Thema gelassen, die Harmonik aber im Laufe des Stückes verändert und dadurch eine herbere Klangsprache bevorzugt. Der tänzerische Charakter bleibt bis zum Schluss.

Mit der 69 hat es folgende Bewandtnis: Vor einigen Jahren machte ich Vertretung für einen Kollegen an einer privaten Musikschule in Hamburg-Neustadt. Eine meiner Schülerinnen war Funny. Funny war ein bildschönes und wirklich reizendes Geschöpf. Sie lachte immer - und übte nie. Funny spielte etwas Mandoline, aber eigentlich immer nur ein Stück: "Drowsy Maggie". Es war im Grunde viel zu schwer für sie, was Funny aber nicht sonderlich störte. Woher sie das Stück kannte, bleibt ihr Geheimnis. Nach dem Unterricht stampfte Funny stets überglücklich, aber immer etwas im Stress aus dem Zimmer, denn sie musste noch zum "Dienst" in den Club 69. Die Geschäftszeiten begannen dort erst so gegen 21 Uhr und wenn der Laden etwas mau lief, dann holte Funny doch tatsächlich inmitten der Nacht ihre Mandoline und spielte. Sie spielte natürlich "ihr" Stück, dazu stampfend (stomping) mit dem Fuß das Grauen unterstützend. Gut für die Augen - schlecht für´s Gemüt. Für mich wurde Funny so zur "stompin´ Maggie aus dem Club 69". Übrigens hat Funny später geheiratet - einen Iren.


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